Melancholie des Elbtals – Trains on Fire

Der Dresdner Richard Fritzsche geistert schon seit einigen Jahren durch die dresdner Musiklandschaft: als Parandroid, Suite of Mine, Details in Space und jetzt als Trains on Fire.

In seinem Musikuniversum schichtet er Samples, Synthies, Gitarre und seinem unverwechselbaren Gesang zu melancholischen Klangwelten auf. Das langsame, chillige Tempo vergangener Projekte wird bei Trains on Fire zumeist von einem treibenden Beat ersetzt. So gehen viele Stücke kräftig nach vorn, sind tanzbar.

Auf der Bühne sieht man ihn zurzeit nur als mit Gitarre singenden Einzelkämpfer. Die restlichen Spuren kommen vom Rechner. Das funktioniert erstaunlich gut – selbst beim kleinen Stadteilfest im dresdner Hechtviertel am 25. August 2012:

Allein auf großer Bühne – an einem Sonnabendnachmittag zwischen Kinderflohmarktständen, Fladenbrotbäckern und Hüpfburgen – bleiben immer mehr Menschen stehen und wippen mit. Das ist für ein Stadtfest (eigentlich nur für Coverbands dankbares Terrain) viel mehr als der zu erwartende Normalfall.

Los ging das alles als Richard mit 16 Jahren anfing Gitarre zu spielen. Einen Zettel mit ein paar Akkorden bekam er von einem Freund, zusammen mit der Anweisung, so lange zu üben, bis er beim Greifen nicht mehr nachdenken muss. Sein Ehrgeiz entwickelte sich aber bald in eine andere Richtung. Am Rechner begann er kurze Phrasen einzuspielen und Songs zu basteln. Diese spielerische Art seine Musik langsam über einzelne Klänge und Melodien aufzubauen hat er bis heute beibehalten.

Auch wenn er die Musik nur als Hobby neben seiner Arbeit als Doktorand an der TU-Dresden betreibt – 20 Auftritte in 2012 können sich sehen lassen. Bis Mitte des Jahres wurde er dabei von Marie-Sophie Kanske (“Sea of Love”, “Transatlanticism”) und Simon Herzog (“The Poem Is You”, “Theodore Angst”) begleitet, was aber aus Zeitgründen nicht auf Dauer fortzuführen war.

Wie lange „Trains on Fire“ jetzt erst einmal ein Soloprojekt bleibt wird sich zeigen. Wahrscheinlich ist aber, dass Richard 2013 wieder mit einer Bandbesetzung auf diversen Bühnen steht. Wie groß diese Bühnen sein werden? Man darf gespannt sein.

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