„Man muss vom Grunde seines Herzens dabei sein“

„Deutschrock“: bei diesem Wort läuten bei den meisten erst mal die Alarmglocken, denn viele deutsche Künstler klingen zu verhätschelt und haben keinen Mut etwas auszuprobieren. Anders ist da die Band Herrenmagazin aus Hamburg. Die Band besteht aus Paul (Bass), Deniz (Gesang & Gitarre), König Willhelmsburg (Gitarre) und Rasmus (Drums). “Es ist wohl Popmusik”, sagen sie selber, ohne irgendwie peinlich berührt zu sein oder noch ein hilfloses “aber mit Rockeinschlag” zu bringen. Herrenmagazin sind selbstbewusst und stehen zu sich selbst und ihrer Musik – und das völlig zu Recht. Während andere Egos nach den ersten YouTube-Erfolgen durch die Decken schießen, sind die vier Hamburger am Boden geblieben.

2006 wurde die Band  von Motor Music im Golden Gate Club entdeckt. Als Kinder der Hansestadt Hamburg waren Herrenmagazin lange bei dem Berliner Label: “Motor hat schon sehr früh Interesse gezeigt, deshalb haben wir uns dafür entschieden, mit Ihnen zusammen zu arbeiten.“ Ob Berlin oder Hamburg war den vier Musikern dabei egal: „Das einzig doofe bei Berliner Labels ist, dass es so schwierig ist sich zu treffen und dass es immer Geld kostet.” Vermutlich ist das einer der Gründe, warum sie mittlerweile bei Delikatess Tonträger in Hamburg zu Hause sind.

Besonders hervorstechend bei Herrenmagazin sind die Texte, diese sind aus dem Leben des Sängers und Schlagzeugers gegriffen. “Deniz und ich sind keine großen Geschichtenerzähler und da würde ich schon sagen, dass es das einfachste ist, Dinge in den Songs zu verarbeiten, die man erlebt oder gefühlt hat”, sagt Rasmus.  So schreibt Sänger Deniz in dem Song LNBRG  beispielsweise von der Ödnis einer kleinen Stadt mit Beziehungsfrust, von der man eigentlich nur weg will. Eine Beziehung zu Lüneburg haben alle vier irgendwie, man hat da mal studiert, dort gelebt, auch geliebt und wurde enttäuscht. Deshalb fällt die Abrechnung mit der Stadt auch so hart aus.

“Um Musik zu machen muss man vom Grunde seines Herzens dabei sein“, sagt Deniz und dass sie mit ganzem Herzen dabei sind merkt man auch. Zusammen mit Dear Reader machen Sie gerade Deutschland mit einer Akustiktour unsicher. Für Herrenmagazin ist das Musik machen weder Hobby noch Beruf: „Kein Beruf ist es, weil wir nichts damit verdienen und kein Hobby, weil wir für ein Hobby zu viel Zeit investieren.” Für das Publikum bei Konzerten und die Hörer der Platten lohnt sich die zu viel investierte Zeit auf jeden Fall, denn man fühlt sich schon beim ersten Song mit der Band verbunden und wird bei Konzerten einfach mitgerissen.

Das dritte Album wird im März 2013 erscheinen und für alle Ungeduldigen haben die Jungs die Akustik-EP „Der lange Weg zur Müdigkeit“ im Gepäck, die wird allerdings nur exklusiv auf der TVNoir – Tour verkauft.

weitere Infos unter:

www.herrenmusik.de
www.facebook.com/herrenmagazin
www.delikatess.org

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