Festivalreview: Berlin Festival 2013

Berlin Festival 2013, Flughafen Tempelhof

Berlin Festival 2013, ehem. Flughafen Tempelhof

Im Prinzip war es keine lang durchdachte Entscheidung, als ich mit mein Ticket für das Berlin Festival dieses Jahr kaufte. Ich dachte, ich müsse einfach hin. Hallo, welchen Grund hätte ich denn gehabt nicht hin zu gehen? Ich wohne in Berlin, ich liebe Musik und ich bin eh ständig auf Konzerten -also ist das Festival ja wohl auch Pflicht. Da ich auch hinterher kaum weiter darüber nachdachte, war ich doch einigermaßen überrascht vom Line-up: Dillon, Pantha Du Prince, OK KID, Capital Cities, Casper & Björk!

Nach zwei Nächten First We Take Berlin war es echt schon eine Überwindung zwei weitere Festivaltage am 6. und 7. September hinten dran zu hängen. Zum Glück war aber dieses Jahr schon der Einlass besser geregelt, dass ich nicht noch Stunden in der Schlange stehen musste. Dagegen hatte ich den Eindruck, das Gelände wäre im Vergleich zum letzten Jahr größer geworden. Aber vielleicht trügten mich meine scherzenden Füße ein bisschen über die tatsächliche Größe hinweg.

Villagers @ Berlin Festival 2013

Villagers @ Berlin Festival 2013

Ohne weiteres Gejammer konnte ich am Freitag zum Beispiel Villagers, MIA. und John Talabot live sehen. Am Anfang noch ein bisschen skeptisch, konnte mich Villagers dann aber ein zweites Mal von seinen Livequalitäten mit Band überzeugen. Lässig mit bunt gemustertem Hemd und Sonnenbrille machte er seinen Auftritt wieder zu einem besonderen Erlebnis, bei dem nicht ein einziger Song routiniert wirkte.

MIA. sind endlich wieder auf die Bretter, die die Welt bedeuten, zurückgekehrt und haben kein Stück ihrer Power verloren. Die Sängerin Mieze beeindruckte wie immer mit ihren ausgefallenen Bühnenoutfits und die Fans lieben sie immer noch dafür. Die große Show auf der Hauptbühne zog mehr Leute an, als Casper einen Tag später.

Smooth leiteten zum Schluss John Talabot die Nacht und das Ende der Konzerte am Freitag ein. Es war ihr erster Liveauftritt in Berlin bzw. in Deutschland und man kann nicht sagen, sie hätten es vermasselt. Feinste Beats und gute elektronische Melodien bereiteten die Housefans auf die anschließende Party im Club XBERG vor.

Ein bisschen euphorisiert hüpfte ich also in den Shuttlebus zur Afterparty im Club XBERG, eigentlich nur, um mir die Abrissparty von Mvschi Krzbrg anzutun und mir eine amerikanisierte Show mit leicht bekleideten Mädchen und einem ebenfalls leicht bekleideten und verschleierten Marco auftischen zu lassen.

Am letzten Tag schlug dann die Faulheit zu und ich verbrachte fast den gesamten Tag vor der Mainstage. Was mich leider immer noch nicht zu einem Fan der Orsons machte, die Show war strange gestellt, ich konnte ihnen das kaum abnehmen. Außerdem brachten sie in mir den Wunsch auf, nicht ganz so jung zu sein und lieber die eine oder andere Session von Eins Zwo und Konsorten miterlebt zu haben, als Die Orsons hier zu sehen.

Das Kontrastprogramm lieferte dagegen Casper ab. Es war einfach nur eine unglaubliche Show, die kaum in Worte zu fassen ist. Die Arme in den Himmel strecken, springen, tanzen, mitsingen und ein würdiges Ende zum völligen Ausrasten, das schon fast einem Harlem Shake nahe kam, brachte diesen Auftritt einen Platz in den Top 10 der besten Konzerte, die ich je sah, ein. UN.FASS.BAR.

Und zack danach gleich zu Dillon, die auf ihre eigene Art einen ebenbürtigen Auftritt hinlegte, bei dem das ganze Publikum mitsang und bei „Tip Tapping“ als stützendes Element in einen Song integriert wurde. Noch dazu sah alles auch so fantastisch aus, sie mit einem Musiker in Begleitung auf der fast schwarzen Bühne, kaum Licht nur ein Spotlight vom Hintergrund auf sie gerichtet. Sie selbst trug ein schwarzes Kleid und alles passte so perfekt – die Musik zum Outfit, das Outfit zur Bühne und die Bühne zur Musik. Von vorne bis hinten schlicht und an den richtigen Stellen Akzentuiert.

Zum Abschluss war Björk einfach nur Björk – exzentrisch, pompös, der Höhepunkt des gesamten Festivals auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof, der selbst Stätte der Exzentrik ist. Ich sage, es war mit ein Fest und nächstes Jahr bin ich wohl auch wieder dabei.

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  1. Mit Musik durch Berlin No.28 | Lieblinsfehler

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