Die verflixte 13. Verwertungsgesellschaft

Luci van Org

Die Musikschaffende Luci van Org im Videoeinspieler vom C3S-Barcamp über die Vision der GEMA-Alternative C3S: “Vielleicht könnte das ja klappen, das wär so schön”.

In Deutschland gibt es 12 Verwertungsgesellschaften – warum neben der GEMA nun ausgerechnet für Musik noch ein zusätzlicher Verwerter nötig sein soll, erklärten vier Macher der C3S (einer noch zu gründendenden neuen Verwertungsgesellschaft) am 28. Dezember auf dem 29C3 in Hamburg.

Wohl um größere Euphorie gleich im Ansatz zu bremsen, wurde für den Vortrag der Titel „Der Mord fällt aus“ gewählt. Eine solche Euphoriebremse ist bei diesem Projekt sicherlich häufig nötig, denn für viele Veranstalter, Gastronomen aber auch Musiker ist die GEMA ein „rotes Tuch“.
Warum, das legte der Berliner Rechtsanwalt Meinhard Starostik im ersten Drittel dar. Großverdiener, Verlage und Rechtsnachfolger haben in der GEMA im Vergleich zu den einfachen Mitgliedern einen überproportionalen Einfluss. Viele Urheber werden seine Aussage: „Die GEMA hat ein drastisches Demokratiedefizit“ wohl teilen. Dies macht eine Änderung der Strukturen von innen heraus quasi unmöglich und gipfelt in der Erkenntnis, dass Forderungen nach mehr Transparenz und Unterstützung freier Kultur wohl auf lange Sicht in der GEMA nicht umgesetzt werden.

Genau diese Defizite soll die neue Verwertungsgesellschaft nicht haben. Um allen Urhebern ein Stimmrecht zu gewährleisten wird als Gesellschaftsform die “Europäische Genossenschaft” angestrebt. Um maximale Transparenz zu garantieren, soll es möglich sein, auf die zentrale Künstler-Datenbank der C3S mit freier und offener Software zuzugreifen. Das bis zu einer arbeitsfähigen GEMA-Alternative noch ein sehr weiter Weg zurückzulegen ist, wurde bei der Präsentation aber an vielen Punkten sichtbar.

Dass es sich für den Traum von einer transparenten, funktionierenden Verwertungsgesellschaft, die auch CC-Lizenzen verwaltet, aber durchaus zu kämpfen lohnt, wurde vor allem in einem Videoeinspieler von einem Barcamp, welches am 2. September 2012 in Berlin stattfand, deutlich. In dem äußern sich viele Musikschaffende über den Frust mit der GEMA und ihren Visionen von einer modernen Verwertungsgesellschaft.

Bis dieses spannende Projekt Wirklichkeit ist, dauert es wohl noch einige Jahre. Außerdem wird der Erfolg wird nicht zuletzt davon abhängen, ob sich eine „kritische Masse“ kommerziell erfolgreicher Musiker findet, die bereit sind finanzielle Einbußen für diesen Traum in Kauf zu nehmen.

Der Vortrag auf youtube:

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