Eine Gitarre auf High Heels verzaubert den Heimathafen Neukölln!

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Normalerweise nehmen Musiker/innen die Festivalsaison im Sommer mit um ein aktuelles Album – das dann meistens im Herbst erscheint – zu promoten und den Fans einen ersten Eindruck zu gewähren. Anna Calvi wählte eine andere Variante. Ganz im klassischen Sinne werden atmosphärische Venues in einigen großen europäischen Städten gewählt. Meistens nicht allzu groß, aber ausreichend genug, damit das Konzert am Veranstaltungstag mit den Worten SOLD OUT betitelt werden kann.

Der große Saal im Heimathafen war zur Hälfte bestuhlt, natürlich waren bei meinem Ankommen alle Plätze besetzt sodass ich mich durch das stehende Publikum schlängelte und einen guten Platz an der Seite ergattern konnte. Wenn Musiker/innen pünktlich die Bühne betreten, kann man dankbar sein. Bei Anna Calvi musste man nach dem Support-Act nicht lange warten. Kurze Umbaupause und wenige Minuten nach 22 Uhr stand sie dann auch schon auf der Bühne. Im Hintergrund ein wolkenreicher Himmel und eine handvoll Live-Musiker/innen.

Ihre Präsenz ist hinreißend und erhaben zugleich. Trotz ihrer zierlichen Erscheinung schafft sie es den Raum für sich einzunehmen. Elegant streift sie sich die Gitarre über und bewegt sich – allein schon wegen den High Heels – graziös zum Mikrofon. Der Begrüßungsapplaus endet und sie beginnt ihr Konzert mit einem Song aus ihren Debüt – Suzanne and I !

Als Fan darf man sich auf das kommende Album freuen. Die neuen Songs, die sie an diesem Abend gespielt hat, klingen fast noch hörenswerter und vor allem reifer in ihrer musikalischen Finesse als bei ihrem Debüt. Ihr Gitarrenspiel wirkt noch experimentierfreudiger und ihre Stimme taucht in weiteren Klangwelten der stimmlichen Möglichkeiten ein. Ohne viele Worte wird die Setlist runter gespielt und bei fast jedem Song gab es Standing Ovations. Mit so einer Reaktion hat Anna nicht gerechnet. Sie ist gerührt und lässt sich nach einem guten Mix von alten und neuen Songs zu einer wunderbaren Zugabe applaudieren(!).

Ein wundervolles Konzert von einer hervorragenden Künstlerin und Virtuosin. Nicht jede würde so feminin erotisch und gekonnt männlich die Gitarre schwingen, obwohl man weiß, dass sie ja eigentlich sehr schüchtern sein soll – auf der Bühne, keine Spur!

Setlist: Suzanne & IElizaSuddenlySing to Me, Cry, Blackout, I’ll Be Your Man, Piece by Piece, Carry Me Over, Tristan, The Devil, Desire, Love Won’t Be Leaving  | Encore: Bleed Into Me, Jezebel (Édith Piaf cover)

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Ihr neues Album ONE BREATH erscheint am 7. Oktober 2013 und erhältlich bei eurem Plattenladen des Vertrauens:)

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